Varroamilbe

Die Varroamilbe ist ein Parasit, der vor allem bei Honigbienen einen großen Schaden anrichtet. Diese Milbenart entwickelt und vermehrt sich direkt in der Brut im Bienenstock. Es handelt sich dabei um den bedeutendsten Bienenschädling weltweit, der Befall der Biene durch die Milbe wird auch Varroose bezeichnet. In Österreich ist der Befall mit der Varroamilbe anzeigepflichtig, in Deutschland besteht keine Anzeige- oder Meldepflicht.

Varroamilbe – Lebenszyklus und Entwicklung

Diese Milbenart ist parasitisch. Sie kommt niemals frei leben vor, sondern immer in Bienenstöcken. Die Milben sind meist am Hinterleib der Bienen zu finden, wo Sie das Wirtstier aussaugen. Eine Infektion anderer Völker ist nur durch direkten Kontakt zwischen den Bienenvölkern möglich.

Etwa 50 Stunden nachdem eine Milbe an einer Biene gesaugt hat, legt sie ihr erstes Ei. Durch Haplodiploidie wird das erste Ei immer zu einem Männchen heranreifen. Nach 30 weiteren Stunden legt die Milbe weitere Eier ab, die dann durch das erste Männchen befruchtet werden. Eine Varroamilbe durchlebt drei Enwicklungsstadien:

  • Sechsbeinige Larve, die sich innerhalb der Eischale entwickelt
  • Achtbeinige Protonymphe: sie schlüpft und häutet sich
  • Deutonymphe, aus ihr geht die adulte Varroamilbe hervor

Erkrankung und Bienensterben

Die Bienen werden durch den Milbenbefall auf verschiedenen Wegen geschwächt. Durch das Aussaugen verlieren befallene Larven direkt an Gewicht, somit sind die geschlüpften Bienen rund 10% kleiner als Gesunde. Die befallenen Bienen haben meist eine geringere Lebenserwartung und kehren oft nicht zum Bienenstock zurück.

Varroamilbe bekämpfen

Wichtig um die Befallsstärke der Varroamilbe im Bienenstock abzuschätzen, ist eine regelmäßige Kontrolle. Durch Gemülldiagnose werden die toten abgefallenen Milben gezählt. Dies sollte täglich geschehen. Sobald mehr als 5-10 Milben vorhanden sind, kann der Befall bereits kritisch sein.

Die Bekämpfung der Varroamilbe mit Ameisensäure ist die am meisten eingesetzte Behandlungsmethode in Deutschland. Wann sollte eine Behandlung mit Ameisensäure erfolgen? Die Behandlung führt man nach der Honigernte, also gegen Ende Juli durch.

Bei der Schwammtuchmethode werden Tücher, normaler Haushalts Lappen, mit 60%iger Ameisensäure getränkt und im Bienenstock platziert. Dies werden alle 4 Tage ausgetauscht und die Behandlung wird wiederholt. Am besten schaut ihr euch folgendes Video dazu an:

Ameisensäure kann auch im Internet erworben werden, schaut einfach hier:

 

Ein kleiner Durchbruch ist Studenten der HTL Braunau. Sie haben beim Weitblick-Champions-Award den Sieg geholt. Jetzt wollen sie ein markttaugliches System entwickeln, das den Imkern eine kostengünstige und effiziente Bekämpfung der Varroamilbe ermöglicht.

Weitere Informationen zu den Studenten findet ihr unter dem nachfolgenden Link: https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Der-Sound-der-Milben-muerbe-macht-So-retten-zwei-HTL-Schueler-die-Bienen;art4,2944988

 

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